Stilfser Joch

(Rennrad, Italien)

Einmal im Jahr, am letzten Samstag im August, bzw. am ersten Samstag im September, ist die Straße aufs Stilfser Joch für den motorisierten Verkehr gesperrt (gut so). Ich habe diesen Tag genutzt um auch endlich mal die 48 Kehren hinauf zu fahren.
Gestartet bin ich kurz vor 7 Uhr in Glurns, um mich noch ein paar Kilometer einrollen zu können, bevor es dann ab Prad für die nächsten 25km nur noch bergauf geht.
Ab Prad wars dann vorbei mit der Einsamkeit, und ich fuhr mit unzähligen anderen Radlern den Berg rauf. Zu meinem Erstaunen waren sehr viele mit Mountainbikes unterwegs, ja sogar E-Bikes hab ich überholt! Wie war das mit der Sperre für motorisierte Fahrzeuge?!
Anfangs geht die Starße im Talgrund am Bach entlang. Ab Trafoi, von wo an die Straße gesperrt war, verlässt man den Talgrund und fährt rechts den Hang hinauf. Erst noch im Wald, der langsam lichter wird, dann im freien Gelände...wie das halt in den Bergen so ist, wenn man höher kommt. Oberhalb der Waldgrenze hat man immer herrliche Blicke rüber zum Ortler-Massiv, aber auch auf die Strecke, die noch vor einem liegt.
Meine Entscheidung, am Vortag noch eine Kassette mit einem 30er-Ritzel zu montieren, habe ich nicht bereut. Die Übersetzung 39/26 wäre vielleicht etwas zu krass für mich gewesen. Die Straße ist zwar nie wirklich steil, aber die permanente Steigung über 25km geht schon in die Beine.
Oben angekommen dann erst mal der Schock! Während es bei der Auffahrt immer relativ still war...jeder war wohl mit sich beschäftigt...hier oben Rummel pur!
...also nix wie runter vom Radl und durch die Menschenmassen geschoben. Bin dann gleich noch ein Stück weiter rauf gefahren zur Tibet-Hütte. Dort wurde ich zwar auch mit Schifferklavier und Schneewalzer empfangen, aber es war wesentlich ruhiger, als drunten auf der Passhöhe. Nach einer Pause bin ich wieder runter zur Passhöhe gefahren, und wollte noch das Passschild fotografieren. Aber zwischenzeitlich war so viel los, dass fast kein Durchkommen mehr war. Ein Blick runter auf die Straße zeigte: Die große Masse kommt erst noch!
Also rauf aufs Radl, und in die entgegengesetzte Richtung runter vom Pass Richtung Bormio. Von da kamen weit weniger Leute rauf. Ungefähr 3km nach dem Stilfser Joch zweigt rechts die Straße ab, die über den Umbrailpass in die Schweiz und hinunter nach Sta. Maria ins Münstertal (Val Münstair) führt. Der kurze Anstieg zur Passhöhe ist kaum erwähnenswert, danach geht es rasant auf dem schmalen Sträßchen durch eine herrliche Landschaft talwärts. Im oberen Teil ist der Teer recht ruppig, weiter unten deutlich besser. In verschiedenen Berichten habe ich gelesen, dass der Umbrailpass auf einer Strecke von 5km nicht geteert ist. Ich habe zwar nicht auf den Kilometerzähler geschaut, aber mehr als ein Kilometer war das nicht. Und das Stückchen lässt sich auch gut fahren.
Unten angekommen war auch der Auto- und Motoradverkehr wieder da, und es ging bei ziemlich Gegenwind das Münstertal talauswärts zurück nach Glurns.


Bericht von matthias

noch unten im Wald

Blick zur Passhöhe

unterhalb der Franzenshöhe

noch 16

Stilfser Joch

Ortler

Da kommen noch viel mehr rauf!

Tibet-Hütte

noch viel mehr los, als vorhin

wieder unten im Münstertal

Kommentare

Digitale Karten und Routenverwaltung für Unternehmen und Privat